nlp.at - der oesterreichische nlp-server Manipulation I Manipulation I NLP wird häufig der Vorwurf gemacht, es wäre manipulativ oder würde ein Werkzeug bereitstellen, daß manipulativ benutzt werden könnte.

© Lucas Derks 1997

Wenn man Manipulation wertfrei definiert als den "Prozeß der Beeinflussung von Verhalten" (Gilligan 1991 (1987) , 90) dann ist dies richtig. Nachdem Paul Watzlawick festgestellt hat, daß Menschen nicht nicht kommunizieren können, ist es nicht möglich, irgendein Verhalten zu zeigen, daß einen anderen Menschen nicht beeinflussen kann. Und NLP ist ein Werkzeug, mit dem man andere Menschen sehr stark beeinflussen kann.

Selbst wenn es nicht möglich ist, nicht zu beeinflussen, dann stellt sich die Frage, wie das geschieht. Kommunikation findet immer innerhalb einer Beziehung statt. Wenn jemand NLP und andere Methoden benutzt, um andere Menschen zu demütigen, zu betrügen, etc. ist dies eine Form von Beeinflussung, die nicht integer ist und stellt eine Beziehung her, die nicht langfristig halten wird.

Für den NLP-Anwender gilt, was Steven Gilligan über Manipulation und Hypnose geschrieben hat (1991 (1987), 90f.):

"Dies ist kein triviales Thema, dem man ausweichen oder das man vernachlässigen könnte. Als Ausbilder vieler Personen, die im Bereich der psychologisch-psychiatrischen Versorgung arbeiten, konnte ich feststellen, daß es zahlreiche Probleme schafft, wenn jemand sich diesen Fragen nicht stellt. Manche Ausbildungskandidaten haben große Mühe, sich einzugestehen, daß sie das Verhalten anderer Personen stark beeinflussen können und dies auch tun. (...) Andere dagegen sind überwältigt von einem fragwürdigen Bedürfnis nach Selbstbestätigung und machen daher auf bevormundende und unsensible Art und Weise von den Techniken Gebrauch. In beiden Extremen werden die Studierenden von ihrer Manipulationsfähigkeit beherrscht, die einen, indem sie versuchen, sie abzuspalten, die anderen, indem sie sie in unverantwortlicher Weise einsetzen; und beide berauben sich der Fähigkeit, durch therapeutische Kooperation ihre Erfahrung zu erweitern.

Sobald Therapeuten sich der Intention und der Auswirkungen ihres Verhaltens bewußt werden, können sie sich kraftvoll ausdrücken. Doch man denke nur an einen Hitler oder einen Jim Jones, um zu erkennen, daß die Entwicklung dieser Fähigkeit noch nicht garantiert, daß alles gut geht. Noch einmal sei es gesagt, das Ergebnis einer Beziehung hängt letztlich von der Intention derer ab, die miteinander kooperieren (und es ist zugleich ein Spiegel dieser Intention): Dieselbe Technik (oder irgendein anderes Element aus diesem Bereich) kann zur gegenseitigen Unterstützung oder zur gegenseitigen Unterdrückung verwendet werden, wobei die letztgenannte Möglichkeit sich nicht immer durchführen läßt (...) In diesem Sinn ist Integrität in gleichem Maß sowohl ein pragmatisches als auch ein ethisches Problem. Einfach ausgedrückt, je mehr Integrität man entwickelt, desto wahrscheinlicher ist es, daß man Spaß und Erfolg erlebt".

Anders formuliert: Es gibt kein manipulatives NLP, aber es gibt Menschen, die mit NLP manipulieren. Da die Techniken erfunden, veröffentlicht und bekannt sind, gibt es auch kein Zurück mehr. Der Anwender kann nur in einem lebenslangen Prozess das entwickeln, was Gilligan Integrität nennt, und wer kein NLP kann, kann sich vor Manipulationen schützen, indem er auf die Art der Beziehung achtet, die ihm angeboten wird. (Text von Inke Jochims).


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