nlp.at - der oesterreichische nlp-server Ur-Credo, Ur-Credo-Prozeß Ur-Credo, Ur-Credo-Prozeß Eine Weiterentwicklung des NLP durch Wolfgang Bernard (1996). Das Ur-Credo ist das grundlegende  Belief, das unsere  personale Identität organisiert. Es ist der Grundbaustein unseres Ich-Bewußtseins, welches sich in der frühen Kindheit entwickelt, - eine der grundlegenden  Vorannahmen, über die selten reflektiert wird.

Im Ur-Credo-Prozeß geht es darum, dieses Grund-Belief zu entdecken (bewußt zu machen) und zu überschreiten. Dieser Prozeß beruht u.a. auf zwei Annahmen:

(1) Die Konstruktion des Ur-Credos in der frühen Kindheit ist ein wünschenswerter Prozeß, der ein "normales" Funktionieren in der Gesellschaft erlaubt. Im Kern geht es dabei um die Konstruktion einer "trennenden Identität", welche bewirkt, daß sich der Mensch als vom anderen und von der Umwelt getrennt erlebt. Sie öffnet dem Kind den Zugang zur Fähigkeit der Repräsentation und zu all dem, was für ein Leben in der Gemeinschaft notwendig ist.

(2) "Für den Erwachsenen hingegen wird sie das Haupthindernis, wenn er sich seiner Ursprünge erinnern will und seine Erfüllung anstrebt" (174).

Das Ur-Credo wird im Ur-Credo-Prozeß (ein längerer geleiteter Prozeß) "entdeckt", in dem sich eine Person (im Gegensatz zu vielen NLP-Techniken) bewußt und intensiv mit ihren "Schatten-Seiten"  assoziiert. (Dabei werden die  Dissoziierungs-Techniken des NLP gezielt eingesetzt und bilden die Voraussetzung für diesen Prozeß). Im Ur-Credo-Prozeß sollen die Strukturen der Identität vorübergehend aufgehoben werden und ein besonderer  innerer Zustand erreicht werden, der "vorsinnliche Wahrnehmung" genannt wird. "Es handelt sich um die Wahrnehmung unseres Ursprungs und all dessen, was in jedem Augenblick aus ihm erwächst. Vorsinnliche Wahrnehmung ist ein Ausdruck für das Unausdrückbare: die Dimension der ungefilterten Wahrnehmung, die alle Phänomene, wahrgenommene und nicht wahrgenommene, existierende und nicht existierende, vereint. Wir sind mit ihr geboren und mußten sie vergessen, um unser Ichbewußtsein, unsere Identität entwickeln zu können. Durch gezielte Vorgehensweisen können wir den Boden dafür bereiten, diese in Vergessenheit geratene, alles miteinander versöhnende Wahrnehmung in uns wiederzuentdecken" (175).

In diesem Zustand eines intensiven Erlebens von  Zugehörigkeit werden Menschen sich ihres "essentiellen Wertes" bewußt: ihrer Einzigartigkeit, ihres "Wesens", - jener Aspekte, die die beiden Andreas als  Core States beschreiben (Connirae und Tamara Andreas (1995 (1994)). (Text unter Mithilfe von Wolfgang Bernard).


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