nlp.at - der oesterreichische nlp-server Selbststeuerung Selbststeuerung Die Fähigkeit, seinen eigenen inneren Zustand frei wählen zu können, in "seinem Haus" der "eigene Chef", die "eigene Chefin" zu sein. Selbststeuerung, selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Handeln, beinhaltet viele Fähigkeiten, z.B.:

(1) sich vieler innerer Prozesse bewußt zu sein, z.B. innere "Bilder" und den Körper wahrzunehmen oder eigene Beliefs als Beliefs zu erkennen,
(2) sich von schlechten Zuständen dissoziieren zu können,
(3) sich gegen unerwünschte Anker wirkungsvoll abgrenzen zu können,
(4) den inneren Dialog zu kontrollieren,
(5) in vielen Kontexten gezielt Ressourcen aktivieren zu können,
(6) frei zu sein, mit den Polaritäten in sich zu spielen,
(7) seinen Körper wahrzunehmen,
(8) die Überzeugungen anderer als Beliefs zu erkennen,
(9) seine persönliche Identität aus sich heraus, unabhängig von äußeren Leistungen und Erfolgen, zu definieren.
(10) schnellen Zugang zur Quelle oder zu anderen Core-Zuständen zu haben.

© Lucas Derks 1997

Die Änderungs-Techniken des NLP, die eine Person auf sich selbst anwendet, sind geeignet, eine oder mehrere dieser Fähigkeiten zu schulen. Sich in Selbststeuerung zu üben, kann nur ein langfristiges Ziel sein. Es erfordert dauernde Aufmerksamkeit und ein geduldiges Üben im Alltag.

Selbststeuerung basiert auf Selbst-Wahrnehmung, auf Selbst-Beobachtung. Viele Menschen verändern die ganze Zeit ihren inneren Zustand, ohne dies bewußt zu merken. Bewußtsein ist immer Auswahl: der Fokus des Bewußtseins ist auf einen kleinen Ausschnitt von dem gerichtet, was möglich wäre. Ein selbst-bewußtes Bewußtsein ist ein Bewußtsein, das sich der momentanen Auswahl bewußt ist. Es kennt den momentanen inneren Zustand und beobachtet, wie er sich verändert (man spricht auch von "Explorer-Fähigkeiten").

In der Selbst-Beobachtung richtet sich der Fokus des Bewußtseins auf einen Meta-Standpunkt, auf einen Prozeß-Standpunkt in Bezug auf die Inhalte des Bewußtseins. Viele Prozeß-Techniken des NLP sind geeignet, diese Fähigkeit zu schulen. In vielen Prozeß-Anweisungen zu NLP-Techniken ist stillschweigend ein Meta-Standpunkt zu allen anderen inneren Zuständen, die Gegenstand der Technik sind, enthalten. Dieser Standpunkt wird, ohne daß davon gesprochen wird, bei vielen NLP-Interventionen geschult. Je mehr sich Menschen in ihrer Selbst-Beobachtung schulen, desto mehr werden sie fähig (nach und nach in einem langsamen Lern-Prozeß) sich selbst und ihre Zustände zu steuern. NLP - richtig verstanden und richtig praktiziert - kann ein hervorragendes Mittel sein, um schrittweise Selbststeuerung zu lernen.

Der Gedanke der Selbststeuerung wirft viele Fragen auf. Beispiele sind: die Frage nach dem Ich (wer steuert wen?), die philosophische Frage nach der Willensfreiheit, die Frage nach der Angemessenheit und den Grenzen der Kontroll- und Steuerungs- Metapher oder die Frage nach den (heimlichen) Vorannahmen, auf denen dieser Gedanke beruht. (Eine Kritik an einer sehr spezifischen Deutung der Selbststeuerungs-Idee findet sich unter dem Stichwort Computer-Metapher des Geistes).


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