nlp.at - der oesterreichische nlp-server Soziales Panorama-Modell Soziales Panorama-Modell Ein Modell, das Lucas Derks entwickelt hat. (Derks 1995a und b). Das Soziale Panorama-Modell (SPM) beschreibt die soziale Repräsentation von Menschen, wie wir uns die soziale Welt, alle sozialen Systeme innerlich vorstellen. Das SPM ist ein Werkzeug, um die sozialen Modelle von Menschen zu erkunden und zu verändern.

Das Soziale-Panorama-Modell geht von der Hypothese aus, daß sich die meisten Menschen ihre Beziehungen zu anderen Menschen in Form einer inneren Landschaft vorstellen. Diese Landschaft wird "soziales Panorama" genannt. Das Selbst (das Selbst-Bild) steht dabei in der Mitte, umgeben von allen anderen Personen und Gruppen, die im Leben eine Rolle spielen.

© Lucas Derks 1997


Eine NLP-erfahrene Person kann das Soziale Panorama-Modell einer anderen Person auf einfache Weise so erkunden:

(1) Bitten Sie die Person, die Augen zu schließen.
(2) Fordern Sie die Person auf, an "alle Menschen auf der Welt" zu denken.
(3) Fordern Sie die Person anschließend auf, an eine einzelne Person oder an eine bestimmte Gruppe zu denken (z.B.: Familie, Arbeitskollegen, alle Männer oder alle Frauen).
(4) Fragen Sie die Person, wo sie sich innerlich diese Person oder diese Gruppe vorstellt: vorne, hinten, links, rechts, oben, unten?
(5) Erkunden Sie den genauen Ort (Richtung, Entfernung) dieser Vorstellung.
(6) Erfragen Sie anschließend weitere  Untereigenschaften, wie Helligkeit, Farben, Körpergröße oder Gefühle.


Das Soziale Panorama-Modell basiert auf zwei Grund-Ideen:

(1) "Ort = Beziehung" ("location equals relation"). Die räumliche Positionierung anderer Menschen im sozialen Panorama entscheidet über die Art der Beziehung, die wir mit ihnen konstruieren.

(2) Das soziale Panorama ist die primäre oder Basis-Repräsentation sozialer Beziehungen. Sie ist die Vorlage, das Layout für unser soziales Handeln. Es gibt keine tiefere Struktur dahinter.

Nach dem SPM sind die Richtung und Distanz (in der wir uns andere Menschen vorstellen) die wichtigsten sozialen Untereigenschaften. Wir repräsentieren vermutlich unsere sozialen Beziehungen ganz fundamental in einer räumlichen Ordnung: wir sehen, hören und fühlen Personen innerlich in und aus einer bestimmten Richtung und in und aus einer bestimmten Distanz. Die vertikale Positionierung (die Körpergröße anderer Personen verglichen mit dem Selbst) ist meist direkt mit Status und Selbstwert-Gefühlen verbunden. Wer sich andere Personen in seinem Sozialen Panorama-Modell größer als sich selbst vorstellt, fühlt sich meist diesen Personen unterlegen, weniger wertvoll und ordnet sich selbst einen geringeren Status zu.

Das SPM beschreibt soziale Konstruktionen von Menschen, ihre soziale Identität - ausgedrückt in Nähe und Distanz, Zugehörigkeit und Nicht-Zugehörigkeit , ... zu sozialen Gruppen. Menschen, die in spirituellen Begriffen denken oder in einer magischen oder mystischen Welt leben, repräsentieren sich diese Vorstellungen in der Regel in einem  spirituellen Panorama: ein Panorama, das meist oberhalb des sozialen Panoramas ("im Himmel") angeordnet ist. (In dieser inneren Welt befinden sich nicht-menschliche Wesenheiten, wie "Energien" oder "Götter").

Die räumlichen Repräsentationen sozialer Beziehungen dürften für die Konstruktion der Wirklichkeit ähnlich bedeutsam sein, wie die Repräsentation der Zeit in Form der inneren  Zeit-Linie. Dies könnte auch den Erfolg von Techniken und Therapien erklären, die direkt mit der lokalen Repräsentation von Personen arbeiten, wie Sculpturing, Familienbrett, Psychodrama, Familienrekonstruktion oder Familienaufstellungen. Das Soziale Panorama-Modell könnte damit auch für die Verbindung und wechselseitige Integration von NLP und systemischen Ansätzen bedeutsam sein (Text unter Mitwirkung von Lucas Derks).


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