nlp.at - der oesterreichische nlp-server Dissoziierungs-Techniken, Dissoziations-Techniken Dissoziierungs-Techniken, Dissoziations-Techniken Prozesse, die bewirken, daß eine Person mehr dissoziiert ist. Die Dissoziierungs-Techniken des NLP sind das Gegenstück zu den Assoziierungs-Techniken des NLP. Beide können in allen Repräsentations-Systemen ablaufen. Visuell (auditiv) sich zu dissoziieren bedeutet, eine Szene von außen zu betrachten (von außen zu hören). In einer dissoziierten visuellen Erinnerung sehe ich die damalige Szene von außen: ich sehe mich selbst als Teil der Szene. In einer dissoziierten auditiven Erinnerung höre ich von außen, aus Distanz, was es da zu hören gab. Wenn ich in dieser Szene selbst gesprochen habe, dann höre ich in einer dissoziierten Erinnerung meine Stimme aus Distanz, von weit weg.

Eine visuelle Dissoziation wird in den meisten Fällen möglich, wenn eine Person die Szene, um die es geht, weit weg und / oder nach unten schiebt. In der visuellen Dissoziation betrachte ich eine Szene, die sehr weit weg (im Extremfall am Horizont) oder weit unten ist: Ich bin auf einem hohen Berg, sitze in meinem Lieblings-Ufo, auf einer Wolke, auf einem großen Adler, und betrachte weit unten im Tal die Szene und sehe mich selbst, was ich damals getan habe.

Andere Beispiele sind, sich vorzustellen:

(1) man sei hinter einer dicken Glasmauer und könne so die Szene betrachten,
(2) man sei mit einer schützenden Licht-Hülle umgeben,
(3) man befände sich hinter einer Hülle aus Bienenwaben, könne durch die Waben durchsehen und in den Waben bleibe die negative Energie hängen, die von der Szene da vorne ausgehe,
(4) man befände sich hinter einer Licht-Schranke, die alle schädlichen Strahlen aufhält, usw.

In sehr belastenden Erinnerungen oder bei Szenen, die jemanden "überfallen" (die Person muß zwanghaft daran "denken") kann eine doppelte oder dreifache Dissoziation hilfreich sein. Bei der doppelten Dissoziation wird eine weitere Meta-Ebene konstruiert: ich (aus Ebene 3) betrachte mich (in Ebene 2), wie ich dasitze und auf das Geschehen in Ebene 1 schaue, wo ich zu sehen bin. (Dies kann bei den Phobie-Techniken studiert werden).


© Lucas Derks 1997

Eine Person kann sich z.B. (aus Ebene 3) vorstellen, sie würde Rad fahren (Ebene 2) und dabei einen Film betrachten, indem sie selbst in dem unangenehmen Geschehen (Ebene 1) zu sehen ist.



Eine dreifache Dissoziation kann hilfreich sein, um eine Erinnerung zu analysieren, in der mich eine andere Person mit massiven Vorwürfen überhäuft hat, die mich damals sehr betroffen gemacht haben. In der dreifachen Dissoziation wird es oft möglich, den "eigentlichen" Informations-Kern der Vorwürfe zu entdecken: was wollte mir diese Person damals "wirklich" (jenseits der "Verpackung", der Wort-Wahl) mitteilen. Mehrfache Dissoziationen sind in beliebiger Zahl möglich.

Für eine auditive Dissoziierung ist oft eine Veränderung des inneren Dialogs nützlich. Hier werden die Untereigenschaften innerer Stimmen erkundet (Von wo kommen sie her? Aus dem Körper oder von außen? Wo genau stelle ich mir den Ort dieser Stimmen vor? Handelt es sich um männliche oer weibliche Stimmen? Laut oder leise?) und anschließend verändert (z.B. sich vorstellen, die Stimmen kämen von weit weg, sie würden langsamer oder schneller sprechen, usw.).

Kinästhetische Dissoziation wird durch eine Veränderung des Körpers ermöglicht. In vielen Fällen genügt es, den Körper etwas zu verändern, vielleicht die Schultern etwas zurückzunehmen, um sich von der aktuellen Situation dissoziieren zu können (und z.B. fähig zu sein, die Situation aus der dritten Wahrnehmungs-Position zu analysieren). Dissoziieren im Alltag kann durch bestimmte Gesten oder Körper-Bewegungen erreicht und trainiert werden, z.B. durch einen Selbst-Anker.

Eine Kombination von visueller und kinästhetischer Dissoziierung ist folgendes Verfahren:
(1) Stellen Sie sich ein belastendes Körper-Gefühl (den Stein im Magen, das Kopfweh) als visuelles Bild in ihrem Körper vor (als Ding, wie den Stein, oder als Symbol, ...),
(2) Geben oder werfen Sie diese visuelle Vorstellung aus Ihrem Körper (Nehmen Sie den Stein in die Hand und werfen Sie ihn weit weg),
(3) Betrachten Sie dieses Ding von außen (Blicken Sie auf den Stein, der weit entfernt ist).

Eine andere Methode, die oft hilfreich ist, ist die Veränderung der Körper-Welle von Gefühlen, die bei den Assoziierungs-Techniken beschrieben wurde.

Eine schnelle Dissoziierung von inneren Zuständen wird oft möglich, wenn die Aufmerksamkeit bewußt nach außen gerichtet ist ( Up-time). Dieses Verfahren findet bei vielen NLP-Interventionen Anwendung, bei denen es um einen schnellen Wechsel innerer Zustände und einen raschen Aufbau wirkungsvoller Unterbrecher geht.

Sehr massive schlechte Zustände (akute stuck states) sind oft durch eine Synästhesie visueller, auditiver und kinästhetischer Repräsentationen gekennzeichnet. Gelingt es, diese Synästhesie aufzulösen, so können sich Menschen rasch dissoziieren und sich so aus ihrem schlechten Zustand befreien. Eine einfache Anleitung dazu, - in der Anwendung auf eine Person, die in einem stuck state gefangen ist:
(1) Erkunden Sie die visuelle, auditive und gefühlsmäßige Repräsentation des stuck states dieser Person. Sie stellt sich z.B. die belastende Situation visuell vor (d.h. sie sieht eine Szene), hört in ihrem Kopf einen lauten Dialog und verspürt ein Gefühl von Übelkeit im Bauch.
(2) Geben Sie diese drei Repräsentationen aus dem Körper hinaus und weisen Sie ihnen drei weit voneinander getrennte Plätze zu. Veranlassen Sie die Person, sich z.B. vorzustellen, die belastende Szene sei weit oben am Himmel zu sehen, der Dialog käme von weit rechts und das Gefühl der Überkeit sei weit links plaziert.
(3) Lenken Sie die Aufmerksamkeit der Person in schnellem Wechsel hintereinander auf diese drei Plätze. Deuten Sie in keiner bestimmten Reihenfolge mit dem Finger auf die drei Orte und nennen Sie dazupassende Stichworte, wie "Sehen", "Hören", "Fühlen". Dabei soll die Person ihre Aufmerksamkeit blitzschnell zwischen den drei Orten wechseln lassen.
In der Regel kann dabei eine Phase von Verwirrung (Konfusion), gefolgt von einer deutlichen Veränderung der Problem-Physiologie beobachtet werden. (vgl. damit die Technik des Trennens und Sortierens einschränkender Synästhesien und die Konstruktion eines neuen Synästhesie-Moleküls bei Dilts 1993 (1990), 41ff.).


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